Die schmalspurige Bergwerksbahn von Fengshuigouzhen

Die schmalspurige Bergwerksbahn von Fengshuigouzhen

Die schmalspurige Bergwerksbahn von Fengshuigouzhen

An der durch die letzten planmäßigen Dampflokeinsätz der chinesischen Baureihe JS von Chifeng zum Kohletagebau in Yuanbaoshan bekannten Strecke gibt es eine kleine, weitgehend unbekannte schmalspurige Bergwerksbahn bei Fengshuigouzhen – 风水沟镇. Mit einer Spannung von 550 Volt betrieben, fährt hier eine Grubenbahn mit 600mm Spurweite. Eigentlich herrschte hier Fotografierverbot. Trotzdem gelang es mir im Jahr 2004 ein paar Aufnahmen zu filmen. Sie zeigen den typischen Grubenbetrieb einer unterirdischen Kohlemine. Rangiert wird mit Schwung – oder aber auch mit Muskelkraft. Beachtenswert ist auch die ausgesprochen tief hängende Oberleitung unter welcher man nur gebückt durchgehen kann. Während die Kohle zur Weiterverarbeitung auf die Regelspur umgeladen wird, wird der entstandene Abraum über einen Schrägaufzug seitlich der Mine auf einen großen Berg aufgeschüttet.

Die schmalspurige Bergwerksbahn von Fengshuigouzhen
Der Abraumberg mit dem automatischen Schrägaufzug

Im Gegensatz zum offenen Kohletagebau in Yuanbaoshan wird die Kohle in Fengshuigouzhen unterirdisch abgebaut. Da in der unterirdischen Mine Platz natürlich eine Mangelware ist wird – im Gegensatz zu den normalspurigen Strecken in den offenen Minen – eine schmalpurige Berwerksbahn betrieben. Chinas Bergwerke gehören zu den gefährlichsten der Welt: Bis zu 7000 Menschen pro Jahr kamen bei Bergwerksunglücken ums Leben.  In den vergangenen Jahren wurden große Anstrengungen unternommen, die Sicherheitsvorkehrungen und Rettungsmaßnahmen zu verbessern, sodass sich die Zahl der tödlichen Unfälle pro geförderter Gigatonne Kohle drastisch verringert hat.

Chinas Kohle

Kohle nimmt in Chinas Energiemix eine besondere große Rolle ein. Das Reich der Mitte ist seit 1984 der weltgrößte Verbraucher des fossilen Rohstoffs, aber gleichzeitig auch der größte Produzent: jährlich werden etwa 4 Milliarden Tonnen Kohle produziert. Über 75 Prozent der in China generierten Elektrizität stammt aus der Verbrennung von Kohle. Sie ist ja reichlich im Land vorhanden. Daraus resultieren natürlich auch die bekannten Umweltproblematiken. Auch in der Stahlindustrie, einem langjährigen Wachstumsmotor Chinas, wird viel Kohle verbraucht. Seit 2014 ist der Kohleverbrauch rückläufig.


 

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