Mit Volldampf über die James Bond Skyfall Brücke

James Bond hat ihn weltbekannt gemacht, den Gavurdere-Viadukt, auch Varda-Viadukt genannt, in der Türkei. Die spektakuläre, eingleisige Eisenbahnbrücke liegt in der türkischen Provinz Adana und ist ein Teil der berühmten Bagdadbahn.

In den Schulferien hilft auch der Nachwuchs bei der Verpflegung der Touristen
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Die Bahnlinie wurde ab 1903 unter deutscher Führung von Bauunternehmen Philipp Holzmann gebaut und von der Deutschen Bank finanziert. Viele weitere deutsche Unternehmen, wie Borsig ,Siemens und Krupp waren an der Lieferung der Lokomotiven, Signaltechnik usw. für die Bagdadbahn beteiligt. So wundert es wenig, dass die Brücke im türkischen auch Alman Köprüsü („Deutscher Viadukt“) genannt wird. Zum Abstieg vom Taurusgebirge, also der Strecke von Konya auf gut 1200 Metern über dem Meer nach Adana, welches fast auf Meeresniveau liegt, mussten auf einer Länge von 20 km 37 Tunnel sowie zahlreiche Brücken errichtet werden.

Das Gavurdere-Viadukt befindet sich im Bereich von Kilometer 307südwestlich des Bahnhofs Haçıkırı. Etwa 63 Kilometer südlich liegt der Bahnhof von Adana. Als höchste Eisenbahnbrücke in der Türkei verfügt der Viadukt über eine Höhe von 98 Metern. Von einem Sprung à la James Bond ist allerdings dringend abzuraten: Entgegen der Darstellung im Film befindet sich unter der Brücke kein nennenswertes Gewässer – überbrückt wird ein ausgetrocknetes Seitental. Das leicht gekrümmte Viadukt mit seinen elf Bögen ist aus Natursteinen gemauert. Die drei großen Hauptöffnungen weisen eine Weite von je 30m auf. Der Giaurdere-Viadukt wurde von dem deutschen Ingenieur Winkler entworfen und nach seinem Tod von Nicholas Mavrogordato zu Ende gebaut.

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Der Gavurdere-Viadukt – vorne die Reste der Feldbahnbrücke aus der Bauzeit

Zum Bau der Brücke wurde eine Feldbahn errichtet, mit einer kleineren, bergseiten Brücke. Die Pfeiler dieser Brücke sind heute noch zusehen Mit dem Bau der Brücke wurde 1905 begonnen, die Inbetriebnahme der Bahnlinie auf diesem Abschnitt erfolgte dann 1916. Heute ist die Brücke eine lokale Attraktion. Am nördlichen Brückenende ist eine kleine Verpflegungsstation, wo man in netter, familiärer Atmosphäre einen Tee trinken oder eine Kleinigkeit essen kann, wenn man auf die Züge wartet. Ich kann die Einkehr hier nur wärmstens empfehlen.

Internationale Bekanntheit erlangte der Gavurdere-Viadukt durch die Eröffungszene des James Bond Films Skyfall von 2012: Der britische MI6-Agent James Bond und seine Kollegin Eve verfolgen in der Türkei den Auftragsmörder Patrice. Dieser hat eine Festplatte mit Geheimdaten entwendet, mit Hilfe dererdie Identitäten von Agenten aufgedeckt werden. Bond kann den Dieb auf dem Dach eines fahrenden Zuges auf der Bagdadbahn stellen. Eve folgt dem Zug mit einem Geländewagen und kann sich südlich des Gavurdere-Viadukts in Stellung bringen.

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DVD „James Bond – Skyfall“ (Fox) © 2015 Danjaq, LLC and Metro-Goldwyn-Mayer Studios Inc. TM Danjaq, LLC. All Rights Reserved.

Auf Drängen ihrer Vorgesetzten M schießt Eve auf Patrice, trifft jedoch Bond, der daraufhin spektakulär eben von dem Gavurdere-Viadukt in einen (wie erwähnt, eigentlich nicht vorhandenen) Fluss stürzt. Der Gavurdere-Viadukt ist hier aus unterschiedlichen Perspektiven zu sehen. Unmittelbar vor und nach dem Viadukt wurden zur Dramatisierung der Szene jeweils Tunnel hinzugedichtet, welchen es in der Realität so nicht gibt. Patrice kann mit der Festplatte entkommen, der vermisste Bond wird für tot erklärt – ist er natürlich nicht – und so folgt die weitere Filmhandlung.

 

Skyfall
Screenshot aus dem Trailer von Skyfall – die Schlüsselszene auf dem Viadukt

Dieser Vorspann an der Gavurdere-Brücke gilt als die Schlüsselszene für die gesamte Filmhandlung.

Im Sommer 2015 waren wir mit einem Dampfzug hier zu Besuch. Als Lokomotive für unseren Sonderzug diente 56 548, die ehmalige 52 7429 der deutschen Reichsbahn. Gebaut wurde sie 1943 bei der Wiener Lokomotivfabrik Floridsdorf mit der Seriennummer 16882.

 

 

 

 


 

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