Entgleisung in Beimerstetten

Kurz vor dem Bahnhof Beimerstetten kam es am späten Vormittag des 10. Juli 2016 zu einer Entgleisung. Eine Lokomotive von Typ Siemens Vectron sprang aus den Schienen. Auch die ersten zwei Wagen des ursprünglich 24 Waggon langen Zuges mit Containern sprang aus den Schienen. Nach ersten Angaben der Bundespolizei überfuhr die Lokomotive kurz vor dem Bahnhof Beimerstetten auf der Schwäbsichen Alb eine sogenannte Gleissperre. Eine Gleissperre ist eine mechanische Flankenschutzvorrichtung in Eisenbahngleisen. Sie dient dazu, zu verhindern, dass ein Zug unbefugt in ein Streckengleis einfährt und dort mit einem regulär fahrenden Zug kollidiert. Der fehlfahrende Zug wird zur Sicherheit der anderen Züge entgleist. Wie die Bundespolizei mitteilte hatte diese Sicherheitseinrichtung wie vorgeschrieben funktioniert, niemand sei zu Schaden gekommen und der Personenverkehr auf der Hauptstrecke von Stuttgart nach Ulm sei in keiner Weise gefährdet worden. Auch sonst hatte man Glück im Unglück – die entgleiste Lokomotive stürzte trotz merklicher Seitenneigung nicht um und auch nicht die Böschung hinunter, sondern lehnte sich geradezu gemütlich an einen stabilen Strommasten.

Eine Gleissperre verursachte die Entgleisung.

Entgleisung 2016-07-102

Bei der entgleisten Lokomotive handelt es sich um den boXpress Vectron 193 861 bzw. X4 E-861, welcher der 2004 gegründeten MRCE (Mitsui Rail Capital Europe) gehört. Der entgleiste Containerzug kam von dem 2005 im Ulmer Norden, zwischen Dornstadt und Beimerstetten, in Betrieb genommenen das DUSS-Terminal Ulm. DUSS steht für „Deutsche Umschlaggesellschaft Schiene–Straße mbH“. Das Terminal befindet sich an der Eisenbahn-Hauptstrecke Stuttgart–München . Straßenseitig liegt es direkt an der Autobahn 8, Ausfahrt Ulm West. Da es sich bei der Entgleisung „nur“ um das Anschlussgleis des Container Terminals handelt, konnte des Betrieb auf der Hauptstrecke Stuttgart – Ulm ungehindert weiter laufen. Im Laufe der Nacht übernahm der in Fulda stationierte Eisenbahnkran der DB Netz Notfalltechnik, der sogennate MULTI TASKER 1200 (Typ Kirow KRC 1200 mit der Nummer D-DB 99 80 9471 001-4) die Bergung der havarierten Lokomotive. Ein Teil der Fahrleitung muss abgebaut werden, damit die Lok angehoben und wieder auf die Schienen gesetzt werden kann. Die Bahnstrecke Westerstetten — Ulm Hbf war am Montag bis 7 Uhr voll gesperrt und weitere drei Stunden nur eingleisig befahrbar. Es kam zu Zugausfällen im Nahverkehr. Wann das Container-Terminal wieder anfahrbar ist, ist zur Zeit noch nicht absehbar.

 

 


 

 

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